Flucht oder Umarmung?

Das Tor durchschreiten kann man in 2 Richtungen: rückwärts in die Einsamkeit flüchtend ODER vorwärts die Welt umarmend. In unserem Leben, in allen Beziehungen entscheiden wir uns immer wieder für den einen oder anderen Weg.

Erfindungen zur Rettung unsere Erde

Diese Woche habe ich wieder die good news der Wiener Zeitung erhalten. Sie sammeln aus der Welt der Medien konstruktive Nachrichten: Neu bei der WZ: Jeden Mittwoch konstruktiver Journalismus kompakt zusammengefasst. Ein Artikel darin hat mich besonders erfreut: Euronews: Irische Achtzehnjährige kämpft mit preisgekrönter Erfindung gegen Mikroplastik-Krise

In den letzten Monaten war ich schon fast am Verzweifeln aufgrund der negativen Berichte in Sachen Welt & Umwelt. Doch dann diese beglückende Information: eine 18-jährige hat herausgefunden, wie man Mikroplastik vermeiden und bereits in unserer Erde, Luft und Wasser vorhandenes Mikroplastik abbauen kann!!!

Das erinnert mich, wie in meiner Kindheit die Hainburger Auen zerstört werden sollten, der saure Regen unsere Wälder bedroht hat, wie die Dieselfahrzeuge oder Industrieschlote ungefiltert Dreck in die Luft geschleudert haben oder wie das Ozonloch unsere Haut immer mehr geschädigt hat. In letzter Sekunde wurden Verbesserungen geschaffen, die eine Umkehr bewirkten. Es gibt also doch immer wieder noch Hoffnung und das Gröbste wird abgewendet.

Rückzug aus Resignation oder Mitwirken in der Welt

Oft bin ich versucht, mich in meine „Höhle“ zurückzuziehen und die Welt sich selbst zu überlassen. So wie Eremiten in Indien nicht mehr an dem Weltgeschehen Teil haben und in Frieden meditieren, der Umwelt nichts mehr aufdrängen und ihre positiven Energien hinausströmen lassen.

Dann aber drängt es mich sehr wohl hinaus. Ich will mich äußeren, beitragen und bewusst in der Welt bleiben, um andere zu unterstützen. Es gibt so viel zu tun! Vielleicht hast Du Dir auch schon einmal die Frage gestellt, ob Du in einer Gemeinschaft / Religionsgruppe / Unternehmen / Vereinigung bleiben sollst oder gehen sollst. Macht es Sinn, das System von innen zu verändern oder soll man sich als Zeichen des Protestes davon abwenden?

Welchen Weg nehmen?

Wir Menschen schlagen oft unterschiedliche Wege ein. Sei’s aufgrund unserer Persönlichkeit oder momentanen Stimmung. Es gibt Zeiten, da ist das eine nötig, dann das andere. Freiheit bedeutet für mich, dass ich mich von Moment zu Moment entscheiden kann. Das ich mir selbst diese Freiheit geben kann, aber auch dass ich in einem Umfeld lebe, wo mir von außen dieser Raum gegeben wird.

Bleibe ich im Jammertal hängen, flüchte und ziehe mich zurück, weil die Welt so triste ist, weil mein Gegenüber meine Erwartungen nicht erfüllt, weil das Leben so ungerecht ist? Oder kann ich meine Sehnsüchte erkennen, sehen, was es zum Glücklichsein braucht, um wieder die Welt umarmen zu können?

Der Wunsch, dass sich das Gegenüber/die Welt verändert

Ich habe soeben einen podcast von meinem Yogalehrer Vilas Turske gehört, dessen Hauptaussagen ich mit Dir teilen möchte: „Der Wunsch, dass das Gegenüber sich ändert

Möchte ich, dass der andere, mit dem ich in einer Beziehung verbunden bin – sei es der Partner, die Ehefrau, das Kind, die Eltern, der Chef, die Kundin, der Kollege -, sich verändert, damit ich Frieden finde? Der andere soll aufmerksamer, ehrlicher, klarer, verlässlicher werden!

Dadurch wird aber aus meinem Bedürfnis eine innere Abhängigkeit. Ich möchte, dass der andere mir das gibt, was ich noch nicht gefunden habe: Selbstsicherheit, Bedeutung, das Gefühl von Ganzheit. Mein Gegenüber wird zum Drehbuchautor meines Lebens. Ich gebe die Verantwortung für mein Lebensglück damit ab.

Ein Beispiel aus dem Alltag: der andere sagt einen Satz und sofort löst das in mir ein Gefühl, eine Enge aus und die Kopfgeschichte geht los: Ich fühle mich nicht gesehen, ernst genommen, bin beleidigt oder zornig. In diesem Moment erfahre ich das wirklich, weil in mir ein Raum ist, in dem Bedürfnisse, Ängste und Wut sind. Ich ziehe mich von diesem Gegenüber völlig zurück – mit dem will ich nichts mehr zu tun haben!

Es gibt Tage, wo ich sofort auf diesen Zug aufspringe, an anderen bin ich gelassener. Ich weiß, diese Gefühle in mir kommen und gehen. Nicht immer reagiere ich emotional. Oft kann ich mein Bedürfnis klar ansprechen und Grenzen setzen. Ich weiß, dass es nicht am anderen liegt, mich glücklich zu machen, denn er wird nie alles richtig machen/nie alle meine Erwartungen erfüllen. Ich kann das Erlangen meines Glücklichseins nicht auslagern.

Wenn das erkannt wird, fällt Druck aus jeder Beziehung heraus. Das Gegenüber darf der Mensch bleiben, der er ist und gleichzeitig bleibe ich in meinem inneren Frieden. Ich kann die Welt wieder umarmen!

Ein Sommer der verrückt spielt oder ausgelassen ist

Manchmal denke ich mir, wie irre unsere Welt doch ist. Ist es die normale Auf- und Abbewegung, also die historische Welle über einen längeren Zeitraum? Oder sind es besonders ver-rückte Zeiten? Vielleicht sollten wir das Spiel des Lebens – LILA, wie es im Yoga genannt wird – einfach mitspielen? Also: was tut mir gut? Was nährt mich? Worauf freue ich mich in diesem Sommer?

Ich habe ein neues Yoga-Format entwickelt: eine Kombination aus gemütlichem Gehen und Yoga in der Natur. An 4 Terminen im Juli und August lernen wir die Vielfalt der Yogapraxis kennen und genießen die schöne Jahreszeit im Wienerwald. So, wie wir es derzeit in den Yogastunden hören: wir lassen uns nicht begrenzen, sondern erleben uns als unlimitierte Wesen, in der Fülle mit all unseren Möglichkeiten und umarmen dabei das Leben!

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert