Sommer – die Idee des anderen Zustands
Sommergefühle
Meine Sommergefühle sind verbunden mit Schwimmen im See, Wärme auf der Haut, leichte Kleidung, barfuß laufen, Wind durchs Haar, Luftmatratze, Kirschen & Pfirsiche, Radfahren übers Land, Berggewitter, Lese-Marathons, Tanzen im Regen, Almwiesen, … Es ist ein Gegenpol zum Alltag, fast schon ein Traum, der sich jedes Jahr für ein paar Wochen erfüllen darf und zu einer Utopie wird – der Wunsch, dass jeder Mensch auf dieser Welt Zeit und Raum erhält, um dieses intensive befreiende Sommergefühl erleben zu dürfen.
Lichtquelle für die nächsten Wochen
Im Sommer falle ich aus der Alltagsroutine heraus hinein in eine unbeschwerte Idylle voller Licht und Freiheit. Sorgen und Pflichten verschwinden hinter einer sich freudig aufschwingenden jährlichen Welle.
Ein Sommerhoch, das sich viele Jahre wiederholen darf, wird zur immer wiederkehrenden Quelle für Zuversicht und Kraft. Wie ein Brunnen, aus dem man viele Wochen danach noch immer schöpfen darf, so wird der Sommer zu einer Ressource für Kreativität, um Dinge anders zu denken. Nicht nur das Leben, sondern auch der Geist sind leichter, schwingen sich wie beim kindlichen Schaukeln in immer höhere Lüfte und schreiben die Welt neu.
Utopien werden Wirklichkeit
Die Utopie versichert mir, dass aus einer Möglichkeit auch Wirklichkeit werden kann. Es ist wichtig, Utopien zu denken, auszusprechen, an ihre Verwirklichung zu glauben. Einst war es utopisch, einen 8-Stunden-Arbeitstag zu haben, dass Frauen studieren oder wählen gehen, dass sich die Grenzen in Europa öffnen, dass wir innerhalb kürzester Zeit von einem Ort zum anderen reisen, dass wir zum Mond fliegen, dass wir in einem Telefon Antworten zu fast allen Fragen erhalten.
Der Mensch der Zukunft ist hoffnungsfroh, denn wie anders sollten wir vorausblicken? Es ist zwar leichter, sich zu fürchten, denn dafür muss man nicht viel tun. Doch welchen Schatz trägt die Hoffnung in sich! Sie ist begleitet von Lebensfreude, von Lachen, von ungestümen Ideen, von Wünschen für sich selbst und andere, weil man gemeinsam das Leben feiern will. Dafür holen wir uns im Sommer die Kraft – die Tatkraft, die Geisteskraft und die Herzenskraft.
Savoir vivre/la dolce vita/die Fülle des Lebens/sat-chit-ananda
Jede Sprache, jede Kultur hat einen Ausdruck für Lebenskunst. Bin ich aufmerksam, sehe und erfreue ich mich an Kleinem und Großartigem, an scheinbar Selbstverständlichem und Überraschendem. Ich schärfe meine Sinne im stillen Gehen in der Natur, in der Yogapraxis, beim Essen (Slow Food!), bei Musik oder an besonderen Orten wie hier im Haus der Achtsamkeit, wo ich mit vielen weisen Frauen unserer Pfarre Aspekte der Achtsamkeit erfahren, erspürt, ausgetauscht und gedacht habe.
Sat-Chit-Ananda = Sein-Wissen-Glückseligkeit: Indem ich in diesen Augenblick bin, eröffnet sich mir ein tieferes Wissen und ich erreichen eine anderen Ebene – jene der Glückseligkeit. Schon die alten Yogis beschrieben diesen anderen Zustand des SEINs. Nicht der schnelle Konsum, sondern das Gewahrsam-Werden führt mich in diese höheren Sphären.
Das Glück eines erfüllten Sommertags, das Leben im Gleichklang mit der Natur, eine inspirierende spirituelle Reise – das sind die Kraftelemente am Weg zur Verwirklichung von Utopien. Lasst uns in diesem Sommer die Steinchen für eine hoffnungsfrohe Zukunft sammeln!



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